SPD kritisiert groteske Berechnungen der FDP

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Bohlen: Wer so rechnet, stellt die Musikschule generell in Frage

Erftstadt. Die Berechnungen des Fraktionsvorsitzenden der FDP zu den Kosten des von einem Erftstädter Sponsor finanzierten Musikschulgebäudes sind nach Ansicht der SPD schlichtweg grotesk und nicht nachvollziehbar. „Auch wenn die Stadt zukünftig monatlich 5.000 Euro für ein neues, größeres, moderneres und intaktes Musikschulgebäude zahlt, ist dies viel weniger, als das vorhandene marode Musikschulgebäude die Stadt Jahr für Jahr kostet“, kritisiert Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen die Rechenkünste des Freidemokraten. Die Rechnung ist sehr einfach: Für das neue Gebäude würde die Stadt im Jahr 60.000 Euro Miete zahlen. Das alte sanierungsbedürftige Gebäude in der Heidebroichstraße, von der Fläche her viel kleiner, kostet die Stadt jährlich knapp 120.000 Euro an Miete. Also das Doppelte. Wenn man dies, wie Dr. Hille, auf 30 Jahre hochrechnet, zahlt die Stadt in 30 Jahren für das derzeitige Gebäude rund 3,6 Mio. Euro Miete – also das Doppelte. „Das derzeitige Musikschulgebäude wird aber noch teurer, da ein Sanierungsstau von knapp 2 Mio. Euro aufgelaufen ist“, so Bohlen. „Die Annahme des großzügigen Angebots des Spenders hilft der Stadt, jährlich weit über 100.000 Euro zu sparen.“ Dazu kämen noch die Erlöse durch den Verkauf des jetzigen Musikschulgeländes an der Heidebroichstraße.

Hilles Rechung macht nur dann Sinn, wenn die FDP generell den Fortbestand der Musikschule in ihrer heutigen Form in Frage stellt, argwöhnt die SPD. Vieles deutet darauf hin, dass dies der Fall ist. Es war die FDP, die sich vehement für die Auflösung des Musikschulbeirates im Rat einsetzte. Es war die FDP, die Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Freunde und Förderer der Musikschule mit ihren Vorstellungen in Aufregung versetzten, die Musikschule zu verkleinern und den Unterricht zukünftig auf viele kleinere Standorte zu dezentralisieren.

Die SPD-Fraktion bleibt dabei, dass das Angebot des Sponsors, im Einkaufszentrum in Liblar ein neues Musikschulgebäude mit kleinem Konzertsaal zu bauen, ein einmaliger Glücksfall für die Stadt ist. „Wer hier nein sagt, tut dies zum Schaden der Musikschule, aber auch zum Schaden der Stadt“, so Bohlen.

Die SPD-Fraktion hofft nun, dass die CDU-Fraktion sich dieses Mal endlich gegen den kleineren Koalitionspartner durchsetzt. „Die CDU muss klar und deutlich Farbe zum Wohl der Stadt bekennen und den FDP-Vorstellungen eine Abfuhr erteilen“, so Bohlen.

 
 

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