Erftstadt. Der erste Zwischenbericht zur Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes für die Stadt Erftstadt offenbart erhebliche Defizite. So ist die Nahversorgung in einigen Stadtteilen nicht mehr gewährleistet. Einzelne Branchen, wie zum Beispiel Bekleidung, sind völlig unterrepräsentiert. Deshalb müssen die Erftstädter allein schon mangels Angebot in anderen Stadtteilen einkaufen. Die Kaufkraftbindung ist generell stark unterentwickelt. Selbst im Lebensmittelbereich decken viele Erftstädter ihren Bedarf noch in Nachbarkommunen. Das Einkaufszentrum in Liblar muss attraktiver werden.
„Die bisherigen Untersuchungen bestätigen die Vermutungen der SPD-Fraktion“, erklärt Fraktionsvorsitzender Bernd Bohlen. „Die Erftstädter verfügen über eine hohe Kaufkraft, können ihren Bedarf aber nur im geringen Umfang in Erftstadt mangels Angebot decken.“ Die SPD-Fraktion habe sich deshalb zu Recht über Monate dafür stark gemacht, ein solches Gutachten in Auftrag zu geben. Nun könne niemand mehr behaupten, dass es beim Einzelhandel keinen Handlungsbedarf mehr gebe.
Handlungsbedarf sieht die SPD-Fraktion in vier wesentlichen Punkten:
• Die noch vorhandenen Nahversorgungsstrukturen in den kleineren Ortsteilen müssen gestärkt und, wenn möglich, ausgebaut werden. Wo sie komplett fehlen, muss die Wirtschaftsförderung für neue Ansiedlungen werben.
• Das Einkaufszentrum in Liblar muss durch die Ansiedlung neuer Branchen gestärkt werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Eigentümer verstärkt investieren. Der Rat selbst muss jede Möglichkeit nutzen, Investitionen im Bereich des Einkaufszentrums zu fördern.
• Die Altstadt Lechenich ist durch kleinflächige Geschäfte charakterisiert. Dieser Einzelhandelsstandort muss den räumlichen Gegebenheiten angepasst werden. Für größere Einzelhandelsbranchen fehlt dort der Platz.
• Verwaltung, Rat und ortsansässiger Einzelhandel müssen sich der Frage stellen, wo und wie großflächiger Einzelhandel in Erftstadt angesiedelt werden kann, um Erftstadt als attraktiven Einzelhandelsstandort auszubauen. Dazu muss überlegt werden, inwieweit nicht-zentrenschädlicher Einzelhandel auch im Gewerbegebiet, vor allem im WirtschaftsPark Erftstadt, angesiedelt werden kann.
„Ein attraktiver Einzelhandel ist ein wichtiges Marketinginstrument für eine Stadt. Ein attraktiver Einzelhandel sorgt dafür, dass die Erftstädter gerne in ihrer Stadt wohnen, und er schafft die Voraussetzungen dafür, neue Bürger, vor allem auch junge Familien, nach Erftstadt zu ziehen“, so Bernd Bohlen. Für die nun beginnende Diskussion über die besten Lösungsmöglichkeiten dürfe es keine Tabus geben. Rat, Verwaltung und Einzelhändler müssten offen in die Diskussion gehen.